Louisiana, USA

New Orleans, Slidell…

 

Eine Gruppe von zwölf SchülerInnen besuchte unsere Partnerschule in Slidell, Louisiana. Die zweiwöchige Fahrt der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums fand vom 16. – 31. März statt und wurde von den Englischlehrern Birgit Klein und Gernot Makowitz begleitet. Wie bereits im letzten Jahr, war auch diesmal die Gruppe bei netten Gastfamilien vor Ort untergebracht. Nachfolgend ein Bericht der teilnehmenden SchülerInnen und der Lehrkräfte.

 

Nach einem Flug über London nach New Orleans wurden die beiden 7er Vans übernommen und die Schülerinnen und Schüler zu ihren Gastfamilien gebracht. Dort hatte jeder ein Wochenende lang Zeit, die Gastfamilie kennenzulernen und einen Ausflug nach New Orleans zu unternehmen. Am Montag ging es dann nach einer kurzen Vorstellung im Deutschunterricht von Mr Larson erst einmal für drei Tage auf einen Rundtrip durch Louisiana, weil an der Schule noch schriftliche Prüfungen, das standardized testing, stattfand und wir nicht „im Weg“ sein wollten.

 

Unser Trip führte uns zunächst zur traumhaft schönen, am Mississippi gelegenen Nottoway Plantage aus den 1850er Jahren. Heute ist dies ein romantisches Anwesen und Hotel, früher hat es als Zuckerrohrplantage seinen Besitzern Reichtum eingebracht. Weiter ging es in Louisianas Hauptstadt Baton Rouge, wo wir in zwei Tagen das volle Touristenprogramm „abgearbeitet“ haben: Louisiana State University, LSU Tiger Stadiums mit imposanten 102.000 Sitzplätzen, State Capitol, Capitol Park Museum, Zerstörer USS Kidd, Old State Capitol – Uni, Sport, Politik, Geschichte, alles dabei. Abends konnten wir dann in der Mall of Louisiana, einer riesigen Shopping Mall, von diesem „Bildungsprogramm“ erholen.

 

Am dritten Tag ging es weiter nach Lafayette und ins dortige Vermilionville Historic Village, das unserem Hessenpark ähnelt. Zum Einstieg haben wir Walzer tanzen gelernt, dann ging es quer durch „Dorf“ in verschiedene Häuser, wo Führer in Trachten die Geschichte haben lebendig werden lassen. Nächster Halt war die Tabasco Fabrik auf Avery Island. Es gibt eine unglaubliche Menge verschiedener Sorten der scharfen Sauce. Vorsicht beim Typ „Scorpion“ – der ist richtig scharf! Nachdem sich alle von dieser Mutprobe erholt und wir die Saucenherstellung besichtigt hatten ging es nach drei Tagen Rundtour zurück nach Slidell.

 

Da startete unser eigentliches Austauschprogramm: Begleitung des Partners in den Unterricht, Teilnahme am Deutschunterricht, Kennenlernen der sogenannten „Spezialklassen“ (Band, horticulture/Pflanzenbau, flag/Flaggenwerfen etc.), eigene Präsentationen über Oberursel und das Leben in Deutschland halten. Dabei haben uns einige Fragen der Amerikaner zum Nachdenken und Schmunzeln gebracht. Wieso haben Schulen in Deutschland keine Schulmannschaften und kein Maskottchen? Wieso sind die Schulwände so kahl? Wieso gibt es keine Mensa? Wie kann man Rückgeld bekommen, wenn es doch keinen 1€-Schein gibt? Möglicherweise konnte die Schulsprecherin der Feldbergschule, Lucia Lange, die auch an dem Austausch teilgenommen hat, hier die eine oder andere Anregung für unsere Schule mitnehmen.

 

Ein besonderes Highlight war die Teilnahme am prom – dem Abiball. Aufgestylt und chic gekleidet hatten wir viel Spaß daran. Allerdings war zur Überraschung aller die Veranstaltung ein sogenanntes lock-in: bis zum Ende der Veranstaltung (um 23 Uhr) durfte niemand vorzeitig gehen, die Türen blieben zu! Später haben wir gelernt, dass lock-ins zum Beispiel auch bei den Übernachtungen nach dem Schulmusical üblich sind. Es geht um die Sicherheit der Teilnehmer und um die Beruhigung der Eltern, die so wissen, dass ihre Kinder auch wirklich bei der Veranstaltung sind.

 

Wenn man noch einmal über die Slidell High School nachdenkt, kann man sagen, dass der Unterricht an dieser Schule bei entsprechender Neigung auch praktisch orientiert sein kann, es nur wenige Unterrichtsgespräche, dafür aber auffällig viele kleine Tests gibt, Fremdsprachen nur eine geringe Rolle spielen und nur die wenigsten Schüler bisher ihr Land auf Reisen verlassen haben. Umso wichtiger scheinen uns solche Fahrten. Immerhin heißt es ja neuerdings „America first!“, und so können junge Amerikaner mal Deutsche kennenlernen und man kann sich mit der jeweils anderen Kultur auseinanderzusetzen.

 

Außerhalb der Schule gab es auch ein umfangreiches Programm. In Slidell gab es zunächst eine Willkommensfeier bei Familie Rauenhorst und ein Treffen mit Bürgermeister Freddy Drennan. Auf unsere Frage, was er als Republikaner von Donald Trump halte, antwortete dieser etwas überraschend „Jemand solle seinen Twitter-Account schließen. Dann wäre es wahrscheinlich besser.“  Danach ging es weiter zum Police Chief Randy Fandal, der in der Kleinstadt Slidell einem Team von 100 Polizisten und Zivilangestellten vorsteht. Beeindruckt waren wir von den zahlreichen Zellen und davon, dass man in den USA schon für Ladendiebstahl für mehrere Tage in Polizeigewahrsam geraten kann.

 

Dann waren da noch der Besuch der Slidell High School mit Besuch des Theaterstücks Willy Wonka und ein Bootsausflug in die nahegelegenen Sümpfe. Dort waren neben den Alligatoren, die zahlreichen Reiher und entlaufene Schweine eine große Attraktion. Überhaupt fanden alle die Tierwelt Louisianas sehr beeindruckend. Wir haben in den 14 Tagen zahlreiche große Wasservögel wie Reiher und Pelikane gesichtet, aber auch Waschbären, Opossums und Schlangen, um nur einige zu nennen. Insgesamt hatten wir ein sehr interessantes und voll gepacktes Programm. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Mr Larson für die gute Organisation der Aktivitäten in der Schule und in Slidell!

 

Neben dem offiziellen Programm blieb uns noch Zeit, Louisiana mit den Gastfamilien zu entdecken. Einige sind jetzt Experten, was die Restaurants und Fastfood-Ketten Slidells angeht, wir waren angeln und mit unseren Gastfamilien im drei Autostunden entfernten Pensacola Beach in Florida am Strand. Cool war auch der Ausflug zu einer shooting range (Schusswaffen-Übungsplatz), allerdings fanden die Lehrer das eher unpassend, weil ja andernorts in den USA riesige Demonstrationen gegen Waffengewalt stattfanden.

 

Nun erwarten wir den Gegenbesuch vom 25. Mai – 7. Juni. Es werden die Lehrer Edward Larson, Mark Hughey und einige der gastgebenden Schülerinnen und Schüler nach Deutschland kommen. Wir freuen uns auf diesen Gegenbesuch und planen schon ein schönes Programm an der Feldbergschule und in und um Oberursel.

 

Der nächste Austausch der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums der Feldbergschule soll schon 2019 wieder stattfinden. Das Bewerbungsverfahren für Schülerinnen und Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 11 (E-Phase) startet nach den Sommerferien.

Informationen wird es dann durch Aushänge in der Schule, über die Englischlehrer bzw. direkt bei Frau Klein und Herrn Makowitz geben.