Emilia Galotti anno 2018

Klassiker neu aufgelegt

 

Mit lang anhaltendem Applaus zeigten die SchülerInnen der Klasse 11 BG-1 von Deutschlehrer Dieter Bram am letzten Montag ihre Begeisterung für die Theateraufführung „Emilia Galotti“ im Schauspiel Frankfurt. Die Handlung des Stücks war aus dem Deutschunterricht bekannt, eine Klassenarbeit dazu bereits geschrieben sowie die Rezension zur aktuellen Aufführung besprochen worden. Mit dieser idealen Vorarbeit konnten die SchülerInnen das Geschehen auf der Bühne in vollen Zügen genießen. Nachfolgend ein Bericht von Dieter Bram.

 

Die ersten Minuten spielten vor dem großen Vorhang. In einem Dialog zwischen dem Prinz und Marinelli wurde der Grundkonflikt des Dramas deutlich. Als sich der Vorhang öffnete, sah man Emilia auf der riesigen Bühne inmitten eines durch Licht angedeuteten Kreuzes mit der Bibel in der Hand bei der Morgenandacht. Es dauerte nicht lange, bis sie von dem Prinzen belästigt wurde. Sie rannte nach Hause und erzählte alles ihrer Mutter. Da es der Tag war, an dem Emilia heiraten wollte, riet ihr die Mutter, dem zukünftigen Ehemann lieber nichts von dieser Begegnung zu erzählen. So nimmt die Handlung seinen Lauf. Am Ende sah die Bühne aus wie ein riesiges Partyschlachtfeld.

 

Die SchülerInnen staunten nicht schlecht darüber, dass der Prinz einen violetten Nickipullover und herunterhängende Hosenträger trug.  Marko erzählte hinterher, dass er sich den Prinz viel seriöser vorgestellt hatte. Dagegen war allen klar, dass Marinelli ein intriganter Bösewicht erster Güte ist. Doch dass er seine Zigarette im Weihwasserbehälter der Galottis ausdrückte, ging ihnen dann doch zu weit. Die brave Emilia und die abgeklärte Gräfin Orsina entsprachen in etwa den Vorstellungen der SchülerInnen. Überrascht zeigten sie sich über Emilias Vater Odoardo.

 

Selenay sagte, sie sei sehr verwundert gewesen, dass der tugendhafte Vater auch sadistische Züge trug, da er einmal seine Frau würgte, aber irgendwie passe dieses Verhalten zu seinem Auftritt am Ende.

Das Stück von Gotthold Ephraim Lessing wurde auf die wesentlichen Szenen reduziert. Die Spieldauer von 95 Minuten fanden die SchülerInnen sehr angemessen.

 

In der Nachbesprechung brachte es Jonathan auf den Punkt, indem er feststellte, dass man gar nicht den Eindruck hatte, ein Stück gesehen zu haben, das vor beinahe 240 Jahren geschrieben wurde.